Mittwoch, 12. März 2014

Süßigkeiten-Kassen: Wer bezahlt für gefutterte Ü-Eier ?

Es war einmal...

...eine Mutter, die hatte täglich viele hungrige Mäuler zu stopfen. Sie machte sich mit ihren Kindlein auf, um Brot und andere Gaben zu kaufen.

Elzbieta Sekowska via Shutterstock.com
Ihr ältestes Kind zählte zwar erst drei Lenze, versprach aber seiner Mutter, sie in einen schleimigen Pupsfrosch zu verwandeln, sollte es daheim beim Vater zurückgelassen werden, so dass sich die brave Mutter besser dem Willen des Kindes beugte. 
Das Mütterchen setzte das Kinde, gemeinsam mit dem Säugling, in die Familienkutsche und machte sich auf zum örtlichen Markt.



Natürlich parkten auf den vorgesehenen Parkplätzen für "Eltern und Kind" bereits die sportlichen Droschken der bösen Königin, Frau Mahlzahn und vom Rumpelstilzchen. Die haben zwar gar keine Kinder, aber so waren die Zeiten eben damals für das einfache Volk und das verwunderte unser tapferes Mütterlein schon lange nicht mehr. 
Seufzend stellte sie ihre Familienkutsche auf einem Parkplatz ohne Überbreite ab und spielte durch den winzigen Spalt der Droschkentür mit dem Tragekorb des Säuglings ein Spiel, dass erst Jahrhunderte später erfunden werden sollte und TETRIS heißen sollte.
Nur ihrem Geschick und ihrer Besonnenheit war es zu verdanken, dass sie weder sich, noch das Baby, noch die nebenstehende Droschke dabei zerbeulte. 

Elena Dijour/Shutterstock.com
Indes war das ältere Kind behende durch den Kofferraum geflohen und rannte so schnell es seine Beinchen trugen (und ohne auf den vorbeirauschenden Droschkenverkehr zu achten), zu dem häßlichen, aber treuen Esel mit den blinkenden Knöpfen vor dem Eingang des Krämerladens. 
"Einen Taler, bitte!", forderte es lautstark von allen vorbeiströmenden Marktbesuchern, damit sich der Esel für 30 Sekunden zu merkwürdigen Klimpergeräuschen rumpelnd hin und her bewegen möge. Es waren harte Zeiten im Lande und so wurde die Bitte des Kindes, sowohl von den Passanten als auch vom bereits leicht gereizten Mütterlein, konsequent überhört.

Mit Baby im fahrenden Einkaufskorb und Kleinkind mit eigener Mini-Version davon, betraten die Drei eine Welt, in der für eine junge Familie an jeder Ecke das Böse lauern kann: 
Den Supermarkt.
Das führt mich zu meinem heutigen Thema:

Wer darf eigentlich was in welchen Mengen im Supermarkt essen und wer muss das bezahlen? 

Mit Kindern im Supermarkt einkaufen ist ein Erlebnis! Für einen selbst, für andere Kunden und manchmal auch für den Ladeninhaber. Diese Einkaufstouren bergen soviel rechtliche und moralische Missverständnisse, da ist so ein G8-Gipfel ein Kaffeekränzchen dagegen. 

Ich hake grundsätzlich in militärischer Präzision meinen Einkaufszettel ab und nagele in halsbrecherischen Tempo durch die Regalreihen. Ich halte nicht inne! Niemals.
Ich entwickle sogar vor lauter Anspannung eine Art Mutter-Einkaufs-Tourette-Syndrom und stammele durchgehend Sachen wie:
"Fass' das nicht an!" - "Das kann man nicht essen!" - "Wo hast Du das her?" - "Das haben wir schon zu Hause." - "Wir haben keinen Hamster, leg' die Joghurtdrops zurück." - "Nein, wir wollen zur Zeit keinen Hamster haben." - "Wenn Du nicht gleich unter dem Regal rauskommst, nehm ich Dich nie wieder mit!" - "Das machen wir erst im Auto auf." - "Die Wursttheke kommt noch." - "Nimm. Das. Aus. Dem. Mund. " - "Oh, stell' das mal besser wieder zurück." - "Uiii pass' auf, das ist zerbrechlich!" - "Haben die hier eigentlich irgendwo Besen und Schaufel?" - "Das ist gar nicht unser Einkaufswagen." - "Das magst Du nicht, das mögen nur Erwachsene." - "Nein, Du darfst Dein Eis nicht hier drin essen, wir müssen das erst bezahlen" - "Hier gibt es leider kein Kinderkino und auch kein Bällebad, Schatz. Wir sind nicht bei IKEA." - "Du wolltest unbedingt mit, jetzt steh' auf und schieb' Deinen Einkaufswagen weiter!"
Das störende Hintergrundgeräusch meines Gemeckers beginnt bereits ganz am Anfang eines jeden Supermarktes, an dem komischerweise immer das Obst und Gemüse aufgebaut ist.
 
Behauptung 1: "Probieren darf man!"
Tatort: Die Obst und Gemüseabteilung

Während ich die Bananen abwiege, macht sich der Sproß erstmal einen leckeren Obstsalat. 
Er mampft schnell sechs weiße und zwei blaue Weintrauben, dazu 'ne dicke Erdbeere mit Strunk und zermatscht eine überreife Avocado, als ich ihn zwischen 5 Wassermelonen aufspüre.

Ich erkläre meinem kauenden Dreijährigen geduldig, dass man Dinge bezahlen muss, die man nicht selbst geerntet hat. Dummerweise zupft gerade jetzt ein älterer Herr neben uns ein paar Kirschen ab und zieht schmatzend weiter. "Probieren darf man" augenzwinkert er in meine Richtung.
Mein Erziehungsansatz ist im Eimer und mein Sohn bereits entschlossen zum Probieren in Richtung Gummibärchenstation unterwegs.

Mein juristisch infiltriertes Köpfchen überschlägt sich mit Begriffen, die mich in Studienzeiten einst verfolgten: "Mundraub" und "Gewahrsamsenklavenbildung", "Ladendiebstahl" und "Hausfriedensbruch". Instinktiv möchte ich sofort Bibliotheks-Automatenkaffee trinken, der nach Hühnersuppe schmeckt.

Gibt es ein Recht auf Probieren?
Everett Collection / Shutterstock.com

Den gängigen Begriff des "Mundraubs" im deutschen Strafgesetzbuch, als eigenständigen Paragrafen, gibt es schon seit fast 40 Jahren nicht mehr. Damals wurde gemäß § 370 StGB a.F. mit einer Geldstrafe von bis zu 150 Mark oder Haft bestraft, 
"wer Nahrungs- oder Genußmittel (...) in geringer Menge oder von unbedeutendem Werte zum alsbaldigen Verbrauch entwendet oder unterschlägt."
Wer die Himbeeren von Verwandten in gerader Linie (das sind immer Großeltern-Kinder-Enkel-Urenkel etc.) gemopst hatte, war allerdings nicht strafbar. Interessant...

Was heißt das jetzt heute, für unsere Obst-probierenden Mitmenschen und Kinder ? 

Darf man in einer Drogerie Parfum aufsprühen? Mal eben mit 'nem Kuli in der Schreibwarenabteilung den Einkaufszettel ergänzen? Eine Zigarette proberauchen, bevor man 6 € für eine unbekannte Marke ausgibt?

Der umgangsprachlich als "Mundraub" bezeichnete Paragraph wurde zwar abgeschafft, aber an seine Stelle trat sogar eine Erschwerung. Es wird in unserem Gesetz nämlich seit 1975 kein Unterschied mehr gemacht, ob man eine Weintraube ißt oder einen Kugelschreiber mitgehen lässt. 

Das Aufessen von Supermarktware ist heutzutage ein sogenannter "Diebstahl geringwertiger Sachen" und als Vergehen strafbar nach § 242 StGB in Verbindung mit § 248a StGB. Als "geringwertig" sehen die Gerichte derzeit übrigens Sachen an, die bis zu 50 € kosten. Taten wie diese, werden nur "auf Antrag verfolgt". Das heißt, dass die Staatsanwaltschaft nur dann Ermittlungen aufnimmt, wenn der Ladeninhaber zusätzlich zu einer Strafanzeige auch noch einen sogenannten "Strafantrag" gegen den Kunden stellt. 

Beim Obst-Probieren regiert  in der Praxis wohl meist die Kulanz der Inhaber. Wenn man es also nicht übertreibt, wird so ein Strafantrag wohl in der Praxis eher nicht gestellt werden. 

Das "Recht auf Probieren" gibt es aber ganz klar nicht, das stellen wir jetzt mal abschliessend fest. 
Probieren darf man nur, wenn man explizit zum Probieren aufgefordert wird.
Deswegen sind Parfums mit "Tester"-Aufklebern versehen, auf Käsetheken stehen kleine Käseigel und im Schreibwarenladen liegen Blöcke zum Testmalen bereit. Testzigaretten sind mir lange nicht mehr begegnet, aber das hat mit Krebsprävention und dem Tabakgesetz zu tun. 


 
Behauptung 2: "Was noch im Laden kaputt geht, muss man nicht bezahlen."
Tatort: Rund um das Kühlregal / Küchenutensilien-Abteilung

Da wollte das Kind mir so toll helfen und die 6er Packung Eier in meinen Einkaufswagen werfen.
Werfen. Ein Ei bleibt heil. Der Rest labbert über die übrigen Einkäufe und der Joghurt fällt auch noch hinterher und zerplatzt.Nun, hier ist fraglos ein Schaden entstanden und für den müssen wir grundsätzlich auch aufkommen. 

Es gibt keinen "was innerhalb des Supermarktes kaputtgeht, muss ich nicht bezahlen- Grundsatz".
Es gibt aber ein "Aber":

Wie ich bereits in meinem Artikel "Eltern haften für ihre Kinder" erklärt habe, haften wir nicht immer für die Zerstörungswut unserer Kinder. Wenn wir allerdings haften, ist auch oft unsere private Haftpflichtversicherung einstandspflichtig und erstattet uns widerum den Schaden.


- Unser 3-jähriges Kind macht aus einer Packung Eiern Eiermatsch: Hierzu hatte es ausreichend Gelegenheit, da wir 20 Minuten ausgiebig mit einer Freundin redeten: Unser Kind ist nicht deliktfähig, da es jünger ist als 7. Wir haben unsere Aufsichtspflicht verletzt. Der Supermarkt kann von uns Schadenersatz fordern, wir können ihn bei der Versicherung melden. Die persönliche Schmerzgrenze was den Betrag angeht, ist jedem selbst überlassen.

- Unser wütendes, 14-jähriges Kind wirft Eier mit Absicht in den Einkaufswagen: Die Pubertät ist zwar ein Ausnahmezustand, auch geistig, allerdings dürfte das Bruch-Prinzip roher Eier zumindest noch rudimentär bekannt sein: Das Kind haftet selbst. Damit haften wir, weil es noch nicht 18 ist. Wir müssen den Schaden bezahlen und die Haftpflichtversicherung nicht. Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit müssen sie in der Regel nämlich nicht zahlen.

 - Uns selbst, oder dem 14-jährigen Pubertierer fällt, aus Versehen, die Packung Eier runter: Der Supermarkt kann Schadensersatz verlangen. Wir könn(t)en die 2,30 € beim Versicherer zurückholen. Das wäre zwar irgendwie behämmert, aber formaljuristisch durchaus drin.

Das bringt mich zum absoluten Klassiker der Einkaufstour mit Kindern:


Behauptung 3: Was unser Kind an der Kasse aufreisst, müssen wir zähneknirschend bezahlen.
Tatort: Die Supermarktkasse


Da hat man es nun unter Mutter-Tourette oder mit unfassbar gut erzogenen oder bereits schlafenden Kindern, relativ unbeschadet bis zur Kasse geschafft. Dann tut sich der Vorhof zur Hölle auf.

Die Süßigkeitenkasse. Mündung des Übels.
Neben hochprozentigem Schnaps und Kippen, bauen die Supermärkte auch eine riesen Menge Süßkram dort auf.
Komischerweise handelt es sich hier nicht um feurige Jalapenos Chips, Wasabi-Erdnüsse und Pfefferminzbonbons. Hier liegen, genau in Kindersitz Greifhöhe, Schokoriegel, kreischbunte Lollies, diese komischen PEZ-Spielzeugfigur-Spender, Jelly Beans und Fritt-Kaubonbons. 
Der Klassiker unter den Kinder-Verlockungen steht meist direkt am Kasseneingang und ist ausschließlich für Menschen UNTER 120cm bequem zu erreichen: 
Everett Collection/Shutterstock

Der Überraschungsei-Stapel. Ich hasse ihn.
Ich mach es kurz: Nicht Euer Problem.

Es ist fast unmöglich, Einkäufe auf das Kassenband zu legen, ohne dass meine einjährige Tochter an die Süßigkeiten in dem engen Kassengang herankommt.

Frischkäse auf's Band - Gummibärchen weg. 
Kopfsalat auf's Band - Fläschen Maricron weg. 
Nagellackentferner auf's Band - geschmolzendes Rollo aus den Fingerchen gepult.
In dieser Zeit hat mein Sohn gemütlich zwei Ü-Eier aufgepult. Die standen in seiner Höhe, rechts vom Kasseneingang. Nicht mein Sichtfeld. 

Hier habe ich meine Aufsichtspflicht nicht verletzt. Es wird mir fast unmöglich gemacht, sie zu verletzen. Ich kann entweder meinen Einkauf beenden, oder meine Kinder davon abhalten, Dinge zu konsumieren, die ich nicht kaufen möchte.
Also: Keine Aufsichtspflicht verletzt. Deliktunfähiges Kind. Kein Schadensersatz vom Ladeninhaber. Keine Bezahlung der Ware.
Aus die Maus.

Ich schließe also meine Ausführungen für heute mit dem Aufruf:
Fäuste hoch, am Kassenband!

Eure Juramama 
Weiterlesen?

Hier schreibt auf dem Blog Babyleaks eine Mutter über das "Abstauberbaby"

PS.: Es gibt Juramama auch via Facebook
PPS.: Das hier ist keine Rechtsberatung. Bitte holt immer anwaltlichen Rat ein! Das hier ist ein Blog mit teilweise deutlich satirischer oder ironischer Natur.
PPPS.: Ich kann jetzt auch Twitter. Die_Juramama




Kommentare:

  1. Hi,

    vorweg sehr schön geschrieben. :) Kurz umrissen, was auch geht:
    Fall mein 4 Jahre alter stepke hat bei Budni eine Olivenöl Flasche fallen lassen, die Verkäuferin war indes der Meinung meine Frau müsse diese bezahlen. Sie bezahlte und ich schrieb drauf hin einen Brief an die Firmenzentrale, mit der Frage wie es sein kann, das draußen schöne Aufkleber kleben ála "Hier ist ihr Kind sicher, Mitglied Kinderschutzbund" etc.. und sich aber bei den o.g. Fall so zu verhalten. Resultat: Einen sehr großen Geschenkkorb als Entschuldigung und natürlich bekamen wir das Geld zurück. Manchmal hilft es bei solchen Firmen direkt die Zentrale anzuschreiben und mal höflich nachzufragen ;)

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    1. Ja, man lässt sich oft beeinducken, weil man ein schlechtes Gewissen hat.
      Sollte man nicht. Bei großen Schäden springt die Haftpflicht ein und bei kleinen - naja - da ist es schon Grenzwertig als Ladenbesitzer so zu reagieren. Hat die Zentrale ja wohl ähnlich gesehen. Schön!
      Ich habe auch schonmal eine Pizza aus Süßigkeiten in einem Gummibärenladen bezahlt, den mein damals 1,5jähriger Sohn nicht mal gegessen hatte, sondern nur mit den Fingern die Frischhaltefolie etwas angepult hatte, Ich bezahlte gerade an der Kasse und das Ding stand auf Kniehöhe daneben,
      Das ärgert mich bis heute und ich kaufe da nichts mehr...


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  2. Hallo Juramama,

    ich wollte schon länger meine Begeisterung für deinen großartigen Blog kund tun. Ich lache bei jedem Eintrag Tränen und bin sehr froh darüber, familienrelevante Rechtsgeschichten verständlich dargeboten zu bekommen. Ich habe 5 Kinder im Alter von 2-7 Jahren und da kam schon einiges zusammen, wofür ich weder hätte haften noch zahlen müssen, hätte ich das hier mal vorher gewusst. Von dem gesparten Geld könnten wir alle zusammen eine Woche in Urlaub fahren. Allein der schön mitten im Gang drapierte Stabel Bio Eier im Supermarkt vor vier Wochen, den meine sich raufenden zwei jährigen Zwillinge umwarfen. Danach war ich 64,70 Euro ärmer. Und geht man mit 5 kleinen Kindern einkaufen, verletzt man schon die Aufsichtspflicht, sobald man ein Mal mit den Augen blinzelt.

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  3. Liebe Nina,
    ich mag dein Blog gerne und mir gefällt deine Verbindung von Know-How und Humor. Habe schön viel darin gestöbert. Deshalb habe ich dich auch für den Liebster Award nominiert. Yeah! ;-) Vielleicht möchtest du es dir mal anschauen und mitmachen.
    Hier (http://familietrifftschule.wordpress.com/lorbeeren/) findest du am Seitenende deine Nominierung und eine Anleitung zum Mitmachen.
    Ich würde mich sehr freuen, in den nächsten Tagen etwas von dir dazu zu lesen.
    Viele liebe Grüße,
    Isa von "Familie trifft Schule" https://familietrifftschule.wordpress.com

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  4. Liebe Nina,
    ich nominiere dich für den Liebster Award. Die Fragen findest du hier: http://kitkat-from-the-blog.blogspot.de/
    Viel Spaß dabei!

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  5. Wie geil. Ich schmeisse mich weg. Herrlich geschrieben und sogar was gelernt. Vielen Dank! Ich habe instinktiv richtig gehandelt bei den Ü-Eiern!
    Und wo kann ich nachlesen, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, dass einer meiner damals Einjährigen Mückenstich-Stick und Selbstbräunungscreme geklaut hat? Ich habe das Zeug erst zu Hause aus dem Kinderwagenunterbau gefischt und mich dann nicht getraut, es zurück zu bringen, und so steht es immer noch auf dem Küchenregal. Seit drei Jahren.

    Leider kann ich hier nicht anonym schreiben, sonst würde ich jetzt auch beichten, auch schon Socken eingesteckt zu haben, die ich einem Zwilling abgenommen habe, weil ich hernach den anderen Zwilling aus den Schuhregalen klauben musste. Es war wohl ein reiner Reflex. Das Einstecken. Nagut, das Klauben auch.

    Vielen Dank für die Tipps! Ich komme gerne wieder!

    Mara, Mutter von drei Jungs, die inzwischen nicht mehr so viel mitgehen lassen. Gott sei Dank.

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    1. HAHA! Strafrechtlich ist das ebenfalls irrelevant, da keine Kinder noch nicht strafmündig sind. Das ist man erst ab dem 14. Geburtstag. Solange Du sie nicht angestiftet hast, ist das also erstmal strafrechtlich gesehen unproblematsch...solange du es zurückbringst natürlich.
      Danke für Deine Geschichte, ich LIEBE sowas !

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    2. Okay, ich bringe es zurück ... aber heimlich.
      Und die SOCKEN??

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  6. Ist ja geil, vor allem die turette-saetze! Könnte von mir sein, einfach toll! Meine haben auch schon mal aus versehen Sachen kaputt gemacht (Joghurt aus den kleinen Händen gefallen oder was im vorbeigehen umgestossen), aber mussten das zum Glück nicht bezahlen. Die haben zwar gequält und genervt dabei drein geschaut, weil sie das dann sauber machen mussten, aber das gehört zu ihrem Job, finde ich. Muss ja auch doofe Sachen machen bei der Arbeit, nicht nur Blumen pflücken und sonnenbaden. Was ich weitaus schlimmer finde ist, wenn meine Kinder dringend aufs Klo müssen und die keine Kundenliste haben. Wurde uns auch schon mal untersagt, ist das ok rechtlich? Oder meine 3 Jahre alte Tochter musste ewig zurück halten, bis wir endlich auf Toilette durften. Am liebsten hätte ich sie draußen am Gebüsch pieseln lassen, wäre schneller gegangen. Und hier auch meine zweite Frage dazu, darf ich mein kleines Kind in der Öffentlichkeit pieseln lassen?? Oder kann man da ärger bekommen??

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  7. Hi, liebe Juramama!
    Ich schreibe aus Österreich, aber es wird in Deutschland wohl nicht (oder hoffentlich schon) anders sein.
    Also: Ich bin heute mit 2 sehr kleinen Kindern zum Hofer in Wien (ist Aldi) gegangen. Doppelkinderwagen. Kind 1 (3Jahre) schläft. Kind 2 (1,5 Jahre) will eine Nane...(=Banane). Ich denke: Geil, werd ich dem Kleinen seine Nane reinstopfen und mit einem essenenden und einem schlafenden Kind, kann ich entspannt alles erledigen.
    Wie schon zuvor nehme ich also 2 gleichgroße Bananen. Denn diese werden erst an der Kassa beim Bezahlen gewogen. Ich mache das seit einem Jahr so ..nehme 2 GLEICH GROSSE Bananen, damit dann an der Kassa 2 mal die gleiche Banane gewogen werden kann und mir 2 mal verrechnet werden kann. Ich lege auch die leere Schale auf das Band, damit man sieht: Banane war gleich groß. War alles nie Thema. Heute an der Kasse meinte dann der Angestellte: Das geht nicht.
    Ich: Das ging immer.
    Er: Das ist Diebstahl.
    Ich: Wie bitte? Ich bezahle dafür, die Bananen sind gleich groß, nehme extra 2 bla bal..
    Er: Sein sie froh, dass sie nicht unser Detektiv erwischt hat, denn dann müssten wir die Polizei rufen.
    Ich: Dann rufen Sie jemanden, ich hab damit kein Problem. Das ist doch nicht Diebstahl.
    Er: Denk ich mir eh, dass Sie damit kein Problem haben.
    Danach wollte er wohl deeskalieren und meinte: Nehmen Sie das nächste Mal die Biobananen, denn die sind in Plastik verschweißt zum Fixpreis.
    Ich: Ich nehm nächstes Mal lieber eine andere Kassa.
    Liebe Juramama, ich bin sowas von wütend! Ich meine, es ist eh schwer so wie ist es ist, Einkaufen mit Kind...Du hast es ja grandios beschrieben, und dann kann ich mich noch des Diebstahls bezichtigen lassen. Ich wollte dann den Geschäftsführer sprechen, aber Kind 1 wachte auf,... Skurrilerweise wurde zuvor grad echt einer beim Stehlen erwischt und die Polizei kam. Da wollte ich schon hin und sagen, nehmen Sie mich auch gleich mit, denn der Herr bezichtigte mich des Stehlens. Sah dann schon unser Photo in so UBahn Zeitungen mit Überschrift: 1,5 Jähriger beim Stehlen festgenommen.
    Ich habe nichts gemacht, da ich dachte für die Kinder wärs besser einfach heim. Aber es ärgert mich. Was denkst Du. Ist sowas "Diebstahl"?? Ich meine die eingeschweißten Biobananen wären ja auch vorm Bezahlen gegessen worden. (btw. die nehm ich nicht will zuviele, und ich werf meistens sogar die 2. Banane weg, weil sie schlecht wird, denn Kind ist Bananen nur in Geschäft und weil ich nicht verstehe, wie man Biobanenen in Plastik geben kann/muss). Weißt Du wie das juritisch ist? Und wie denkst Du soll ich es in Zukunft halten? Alles Liebe aus Wien und Danke für kurzweiliges Lesevergnügen,
    Juliet

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    1. hallo,
      ich antworte mal stellvertretend mit einem Zitat von oben
      "Das Aufessen von Supermarktware ist heutzutage ein sogenannter "Diebstahl geringwertiger Sachen" und als Vergehen strafbar nach § 242 StGB in Verbindung mit § 248a StGB. Als "geringwertig" sehen die Gerichte derzeit übrigens Sachen an, die bis zu 50 € kosten. Taten wie diese, werden nur "auf Antrag verfolgt". Das heißt, dass die Staatsanwaltschaft nur dann Ermittlungen aufnimmt, wenn der Ladeninhaber zusätzlich zu einer Strafanzeige auch noch einen sogenannten "Strafantrag" gegen den Kunden stellt."

      vielleicht noch mal genau nachlesen? Natürlich ist es erst mal Diebstahl, wenn eine Ware, die noch nicht bezahlt ist, gegessen wird. Punkt, kein Diskussion. Ich mache das ab und an mit einer Brezel bei uns, werde mir das allerdings abgewöhnen, weil mein Kind lernen soll: erst zahlen, dann essen.
      Nächstes Mal nimmste die Banane erst zur Kasse, zahlst, behälst den Zettel und gehst dann wieder rein und kaufst den Rest. Bloß weil Du nicht stehlen wolltest (leere Schale, gleichgroße 2. Banane....) ist es nun mal trotzdem rechtlich nicht ok, wird eben häufig nur geduldet, muss aber nicht.

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  8. Hallo zusammen, wollte mal eure Meeinung hören...War heute trotz Nachweihnachtsstreß im Aldi...Ayana 2 Jahre alt, hat sich ein Brezel rausgelassen und (leider) aufgegessen bis wir an der Kasse waren...vorlauter Streß habe ich es dann Tatsache vergessen...als ich meine Sachen im Wagen verstaute kam ein Mann und fragte, ob ich nicht was vergessen habe...Kind hatte doch Brezel!!! ich bedankte mich und wollte gleich zahlen wurde dann aber direkt wegen Diebstahl abgeführt....sollte dann direkt 50€ zahlen und es gäbe keine Strafanzeige...habe nicht bezahlt und die Polizei angerufen( dachte es gäbe noch das Gesetzt des Mundraubes) Die Polizei kam und bat den Chef von Aldi (war ja nicht vorseäztlich) einfach ne Verwarnung auszusprechen, aber der Detektiv bestand dann darauf das es eine Klage gibt...Der Polizist meinte dann , das gehe dann nur Zivilrechtlich weil er strafrechtlich keinen Grund sähe....Das Ende vom Lied:::::Lebenslanges Hausverbot bei Aldi weltweit!!! Die Polizei konnte es selber nicht so recht glauben, aber der Detektiv sagte, selber schuld wenn sie die Polizei holt...lebenslängliches Hausverbot!!!! Die Polizei meinte nur, daß sie sich von der Fangprämie distanzieren und vom Staat keine Anzeige kommt. Und das ich die 50€ nicht zahlen müße und abwarten soll, was von Aldi noch kommt...Hat jemand so was schonmal erlebt?
    Die schriftliche Anzeige (laut Polizei völlig haltlos) wurde vond er Polizei abfotografiert und dann vor der Polizei vom AldiChef zerrissen...Aber das lebenslänglich Hausverbot wurde vor der Polizei als Zeuge ausgesprochen

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