Montag, 20. Januar 2014

Wer bekommt unsere Kinder, wenn uns etwas passiert?


Vergangenes Wochenende waren wir Eltern, im Kino. Das allein ist schon eine echte Sensation, denn normalerweise können wir uns vorher nicht rechtzeitig auf einen Film einigen. Meistens endet der Kinoplan mit Chips auf dem Sofa und ich bin beleidigt.
Diesmal nicht.
Hinter uns saß ein junges, alternativ-prolliges Pärchen. Wer jetzt denkt, ich käme mit Knutsch- und Fummelgeschichten in der Öffentlichkeit bei unpassenden Filmen um die Ecke, wie zum Beispiel Kinosex bei "Der Soldat James Ryan" oder "Schindlers Liste" oder "Ghost-Nachricht von Sam" oder "Armageddon" - (na gut, da heulte deutschlandweit nur ich) - der liegt falsch!





Sie knutschten nicht, denn sie hatten ein Kind dabei. Es benahm sich sehr Kind-im-Kino-mäßig, denn es futterte 3kg Popcorn, trank einen Liter Flüssigkeit und musste ca. 14 mal auf's Klo. Der eigentliche Skandal war aber, dass es überhaupt dort war!
Wir sahen "Der Medicus". Was für ein blöder Film für Kinder.
Während ich die beiden jungen Leute aufmerksam belauschte, konnte ich rein zufällig hören, wie sie über "die Eltern" sprachen.
A-HA!
Ich war beruhigt. 
Natürlich musste es sich bei unseren Kinokollegen um unverantwortliche Familienangehörige des Kindes handeln, die es zur späten Stunde rücksichtlos in den doofen Erwachsenenfilm mitgenommen haben, obwohl sie sicherlich nur zu Hause babsitten sollten. Uuiii, wenn die Eltern das erfahren! Das gibt Mecker! Die wussten das bestimmt nicht.
...
Oh Gott.
...
Vielleicht sind die Eltern ja tot?
Wie schrecklich!
...
Mein Kopfkino geriet etwas außer Kontrolle und riss mich hinfort in ein schwer sentimentales Jammertal. Ich schluchzte dicke Tränen in meine Nachos Con Queso. Ich trauerte aufrichtig um die Eltern des dicken Cola-Kindes und war wieder ganz versöhnt mit seinen Zieh-Eltern, die sich an die neue Situation ja erst gewöhnen müssen und das Kind nun wie ihren Augapfel hüten und überall mit hinnehmen.
*...Buuuuhuuuhuuuuuuuuu...*

Die Szene im eigentlichen, und für alle anderen Kinobesucher wahrnehmbaren Film, war gar nicht rührselig, so dass sich mein Mann von mir wegsetzte. Verständlich.

Das wirft also heute die Frage auf:
Wer sorgt eigentlich für unsere Kinder wenn uns etwas passiert?
Wenn nur einem Elternteil etwas zustößt, dann ist sie Sache klar: Der andere, sorgeberechtigte Elternteil bekommt, beziehungsweise behält das Kind.
Die Mutter hat von Geburt an das Sorgerecht. Der Vater automatisch nur dann, wenn er mit der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet war. War er das nicht, hat er nur dann Sorgerecht, wenn er die Vaterschaft anerkannt und das Sorgerecht zusätzlich beantragt und bekommen hat. Das ist der Regelfall und eigentlich jetzt auch gar nicht das Thema.
 

Wenn beiden Eltern etwas passiert, sucht das Familiengericht schnell nach einem Vormund für die Waisen. 
Oh Mann, bei dem Wort "Waise" sehe ich bereits wieder verschwommen. Gott sei Dank bin ich nicht Familienrichterin. Ich wäre ein einziges, heulendes Elend. Vormünder sind nicht "neue Eltern", aber sie übernehmen die erzieherischen Pflichten und Entscheidungen des täglichen Lebens für die Kinder. Von der Wahl der Schule über die Zustimmung zu Operationen und die Verwaltung des Vermögens der Kinder.
Taufpaten als Vormund
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die kirchlichen Taufpaten automatisch irgendeine Bedeutung haben. Das Gericht hat mit der Kirche erstmal nix am Hut. Ob es Taufpaten gibt, ist dem Gericht nicht bekannt. Die Namen sind dort nicht hinterlegt. Es kann also durchaus dazu kommen, dass die Kinder erstmal in eine Pflegefamilie kommen, obwohl Taufpaten und Verwandtschaft da sind. Die Verhältnisse sollen und müssen erstmal geklärt werden. Vielleicht gibt es ja ein Testament, das Aufschluss gibt? Vielleicht meldet sich gar keiner, der die Kinder aufnehmen will? Oder es melden sich alle Omas, Opas, Tanten, Onkel und Kneipenkumpels auf einmal. Drama, Baby!
Ein Testament aufsetzen
Wenn ihr Personen bestimmen möchtet, die nach Eurem Tode für eure minderjährigen Kinder sorgen und die Vormundschaft übernehmen sollen, dann müsst ihr ein Testament machen. 
Müsst. Unbedingt. Ihr müsst dem Familiengericht konkret sagen was ihr möchtet, sonst macht sich das Gericht seinen eigenen Reim und stellt seine eigenen Kriterien auf.
Dann landen Eure Kinder letztendlich vielleicht doch bei Sabine und Horst, die in iher Freizeit "Lady Sethwick" und "Sir Roderick" heißen, obwohl ihr auf keinen Fall gewollt hättet, dass Euer Kind seine Freizeit auf mittelalterlichen Märkten neben einem Met-Stand als jonglierender Hofnarr mit spitzen Hobbitohren verbringt. Oder in Wacken in einem Pipizelt. 

Um sicherzugehen, reicht es ebenso nicht aus, wenn ihr die Personen Eures Vertrauens intern darum bittet Eure Kinder aufzunehmen, solltet ihr vom Bus überfahren werden. Die können dem Gericht ja viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Wenn dazu noch andere "Kandidaten" im Rennen sind, die vielleicht objektiv dem Gericht gegenüber eine bessere Figur machen, dann kann das auch mal schiefgehen.

Also brauchen Eure Wahlvormünder etwas Schriftliches und das ist dann ein Testament.
Hui. Das klingt wichtig und sehr morbide.
Ist es ja auch.
Hierfür braucht ihr in diesem Fall nicht mal einen Notar. Der kommt vor allem bei finanziellen Angelegenheiten in Spiel. Euer kleines Küchentisch-Testament ist genauso wirksam, wie eines mit Siegel, vorausgesetzt ihr haltet Euch an ein paar kleine Regeln.


Das Küchentisch-Testament
  1. Erstmal öffnet ihr eine Flasche Wein, nehmt Stift und Kugelschreiber zur Hand (nicht den Laptop, es muss handschriftlich sein!) und gebt Euch gegenseitig das heilige Versprechen, mit Spucke und Indianerehrenwort, es dem anderen nicht ewig nachzutragen, wenn er heute über Eure Familie und Freunde mal ordentlich ablabert. Ihr könntet Euch auch versprechen, nicht zu streiten. Die logische Konsequenz solcher Versprechen kennt jeder: Man geht nahtlos in einen geilen Streit über. So läuft das ja meistens.
  2. So. Dann legt ihr los. Testament darüberschreiben. Eure Namen, Geburtsdaten, Adresse und das aktuelle Datum. Auf jede Seite. Zum Schluß unterschreiben nicht vergessen. 

  3. Verheiratete können ein Testament machen. Unverheiratete müssen zwei machen.

  4. Nun beschreibt ihr, wer nach Eurem Tode für Eure Kinder sorgen soll. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch den Fall, dass ihr "Euren freien Willen nicht mehr bilden könnt" mit aufnehmen. Zum Beispiel, wenn ihr im Koma liegen solltet oder verschollen auf dem Segelschiff in den Malediven treibt.

  5. Nun schreibt ihr die Gründe für Eure Wahl auf. Das muss gar keine Prosa oder Juristendeutsch sein. Einfach wie ein Brief an das liebe Familiengericht. Schreibt Eure Gedanken auf, gebt dem Gericht ein bisschen "Futter" für Eure Entscheidung.
  6. Wenn ihr Euch nicht auf bestimmte Personen einigen könnt oder festlegen wollt, wäre es auch denkbar nur ein paar Grundsätze festzuhalten, die das Gericht bei seiner Wahl beachten soll. Das könnte zum Beispiel sein:"Es ist uns wichtig, dass unser Kind bei einem verheirateten Paar aus unserem Freundeskreis ohne eigene Kinder lebt" - "Wir möchten gerne, dass der Vormund unseres Kindes eigene Kinder im Alter unseres Kindes hat" - "Wir möchten unbedingt, dass unser Kind bei einem unserer Geschwister lebt" - etc.

Welche Kriterien helfen bei der Erstellung eines Testaments?

Denkanstöße, um für Euch die richtigen Personen zu finden, könnten sein:
- finanzielle Situation des Vormunds. Kann er sich ein Kind leisten?
- Alter des Vormunds. Kann er es mit einem aktiven Kind aufnehmen?
- welche Einstellung zu Schule/Erziehung/ Glauben haben sie?
- mag Euer Kind denjenigen? Gut, das kann sich bei Kindern minütlich ändern. Mein Sohn hat mich gestern viermal von seinem Kindergeburtstag in einem Jahr ein- und ausgeladen.
- muss das Kind umziehen? (Spätenstens hier war dann Helene Fischer aus dem Rennen.)
Bekommt der Ex die Kinder? 
 
Da sind Eurer Phantasie und Euren Vorstellungen keine Grenzen gesetzt. 
Was das Gericht dann letztendlich erfüllen kann, steht auf einem anderen Blatt.

Wer also jetzt spontan an Angela Merkel oder Helene Fischer als idealen Vormund denkt, weil er schon immer fand, dass die Mädels gut in die Familie passen,  der wird vermutlich Pech haben. Das Testament bindet die benannten Personen rechtlich nicht, das "Amt" auch anzunehmen. 

Wer verhindern möchte, dass der/die Ex die Kinder bekommt, wenn ihm etwas passiert, der muss das ebenfalls testamentarisch regeln. Denn, wenn der andere Elternteil das Sorgerecht hat, was meistens auch nach einer Scheidung so bleibt, bitte nicht mit Umgangsrecht verwechseln, dann bekommt er mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Kind. Man muss also wirklich gewichtige Gründe ins Feld führen können, damit das Gericht davon absieht, dem Ex-Partner das Kind zu geben. Derjenige ist schließlich sorgeberechtigt und das Gericht will verhindern, dass persönlicher Groll hier den Ausschlag gibt. Gut so!

Eine Garantie, dass das Gericht einem Ausschlusswunsch überhaupt folgt, gibt es keinesfalls.

Wo bewahren wir das Testament auf, damit es schnell gefunden wird?


Das wichtige Dokument muss natürlich im Ernstfall auch schnell auftauchen. 
ERZÄHLT denjenigen, die ihr auserwählt habt, davon und sagt ihnen auch, wo ihr es hingetan habt.
Vielleicht in den Ordner mit den "Versicherungen" oder einen anderen, von dem ihr denkt, da schaut schnell jemand rein. 
Am einfachsten ist es, das Original an denjenigen auszuhändigen, der die Kinder bekommen wird. Oder an denjenigen zu geben, von dem ihr denkt, dass er sich verantwortlich fühlen wird, die Dinge zu regeln, wenn Euch was passiert.
Es gilt also hier ein kleines Netzwerk zu schaffen und zu kommunizieren, dass es ein Testament gibt und wo es liegt und ggf. was da grob drin steht.
Finanzielle Vorsorge 
 
Eurem Kind steht neben einem eventuellen Erbe noch Vollwaisenrente zu, wenn ihr mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt habt. Je länger ihr eingezahlt habt und je höher das Einkommen war, umso besser. Die bekommt Euer Kind / Eure Kinder wenn es eine Ausbildung macht bis maximal zum 27. Lebensjahr. Außerdem steht ihm Sozialhilfe zu.

Sollte das alles nicht reichen, werden die Großeltern unterhaltspflichtig. Eure Geschwister sind nie gesetzlich zur Unterstützung verpflichtet.

Ich schließe nun dieses eher traurige Thema und begebe mich zu meinem Mann auf's Sofa. Er ist beleidigt. Wir wollten ins Kino, aber heute kommt das Dschungelcamp. Da kann ich nicht weg! Vielleicht wird Larissa ja, wie Mogli im Dschungel, bei einem Wolfsrudel zurückgelassen. Dem Glatzeder und dem komischen Mola trau' ich momentan echt alles zu.

Jedenfalls freue ich mich über Eure Anmerkungen, Geschichten und Anekdoten zu diesem und anderen Themen! Legt los.



**** Ihr findet mich auch auf Facebook unter Juramama****

*****weil,es (leider) sein muss: Meine Artikel stellen keine Rechtsberatung dar und enthalten zum Teil sowohl sarkastische als auch ironische Bemerkungen. Bitte holt immer anwaltlichen Rat ein und verlasst euch nicht auf einen Blog der juramama heißt. Ich werde hier journalistisch und nicht juristisch oder rechtsberatend tätig.*****









Kommentare:

  1. "Schöner" Bericht. Mich würde allerdings mal interessieren, was ist, wenn Geschwister unterschiedliche Väter haben. Ich möchte eigentlich, dass meine Jungs zusammenbleiben, denn im Zweifel haben sie dann ja nur noch sich als Konstante im Leben. Am allerliebsten wäre es mir, wenn sie dann zur Oma kämen, da sie eine wichtige Bezugsperson für BEIDE ist und ich da auch sicher sein kann, dass sie trotz allem natürlich den Kontakt und Umgang zu den Papas pflegen und fördern würde.
    Wahrscheinlich kommt es da dann aber auf den Richter an, oder?

    Viele Grüße
    Rose

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Rose,
    ein sehr guter Punkt, auf den ich gerne eingehe.
    Schreib das doch genau so auf! Das ist ein berechtigtes Interesse. Außerdem haben die Jungs ab einem gewissen Alter auch ein Mitspracherecht bzw. werden zumindest befragt wie sie sich das so vorstellen.
    Ich gehe außerdem nicht davon aus, dass ein Richter die beiden Jungs trennt, erst recht nicht wenn sie gerade ihre Mutter verloren hätten. (Heul...)
    Es kommt, wie so oft, auf den Einzelfall und natürlich auch auf den gesunden Menschenverstand der Hinterbliebenen in solchen Fällen an.
    Viele Grüße
    Nina

    AntwortenLöschen
  3. Hallo, tatsächlich hast Du genau meinen Nerv getroffen.
    "Ich habe da mal eine Frage..." Was ist, wenn im Falle, dass beide Eltern davonscheiden, gewünscht ist, dass die Kinder zur Familie ins Ausland sollen, weil es keine Familie in Deutschland gibt oder man aus verschiedenen Gründen (z.B. Alter der Person) dies nicht wünscht? Wie müsste ich das das regeln, welche Vorkehrungen müssen getroffen werden? LG Jana

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Jana,
    das hängt immer von den Gerichten und der Situation im Einzelfall ab, aber im Grunde spricht nichts dagegen, wenn die Familie im Ausland die Vormundschaft übernimmt.
    Die Kinder bleiben dann deutsche Staatsangehörige. Auch hier gilt: schreibt diesen Wunsch explizit und ganz deutlich in ein Testament hinein, beschreibt auch deutlich, dass ihr euch bewusst seid, dass die Kinder dann zumindest bis sie Volljährig sind nicht mehr im deutschen Kulturkreis leben, aber dass Euch gerade daran gelegen ist. Die Familie kann ja ganz andere Werte vermitteln in Eurem Andenken als Freunde oder gar Fremde. Ich sehe keinen Grund warum ein Gericht dem nicht folgen sollte. Das Ausland sollte das nicht hindern, denke ich.
    Es besteht übrigens auch immer die Möglichkeit die Kinder zu adoptieren. Dann sind sie allerdings gleichberechtigt erbberechtigt wie eventuelle leibliche Kinder Eurer Familie. Um in etwas komplizierteren Fällen sicherzugehen, ist eine anwaltliche/notarielle Beratung unter Umständen ganz gut investiertes Geld. Das Testament ist nur dann nicht mehr "Wert", allerdings rechtssicher(er) formuliert und schafft Euch vielleicht auch gedanklich mehr Ruhe.
    Beste Grüße,
    Nina

    AntwortenLöschen
  5. Toller Blog und wirklich hilfreich. So dann werde ich mich mal entspannt zurück lehnen und mich rückwärts durchlesen. Lg, Dajana

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Nina,
    dein Blog ist grandios - ich bin unheimlich froh, darauf gestoßen zu sein, bzw. von Julia (Mama, Couch&Co) darauf gestoßen worden zu sein. ;)
    Ursprünglich bin ich wegen des Posts zur Elternteilzeit hier gelandet und konnte erleichtert feststellen: erstmal alles richtig gemacht... Beim weiteren Stöbern hab ich diesen Post entdeckt und mich sehr darüber gefreut, denn Vorsorge für den Fall des Falles ist bei uns gerade Thema. Informiert habe ich mich schon an einigen Stellen, aber dass ich einen kompetenten Beitrag zu diesem heißen Eisen finde, der mir nicht nur Trauer-, sondern auch Lachtränen in die Augen treibt, hätte ich nie für möglich gehalten. Also danke dafür und für die guten Tipps!
    Wir werden uns dann in Bälde ans Küchentestament setzen. Den dazugehörigen Streit hatten wir schon... sollte also gut laufen. ;)

    Herzlichen Dank, alles Liebe und ich freu mich auf alles Weitere
    Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. DANKE liebe Anne!!! Ich Las mit Freuden soeben über Euren letzten Schwedentrip und finde, Du hast die Elzernzeit genau richtig genutzt.

      Löschen
    2. Und danke dir für den lieben Kommentar auf unserem Blog! Schön, wenn es dir bei uns gefällt.
      Wie witzig, dass ihr noch nie mit der Stena Line abgelegt habt, obwohl ihr so nah seid. Das müsst ihr unbedingt mal nachholen... :) Wir sind schon häufiger von dort gestartet und werden euch beim nächsten Mal auf jeden Fall zuwinken!
      Liebe Grüße
      Anne

      Löschen
  7. Hallo,
    wo hinterlege ich das Testament denn, um sicher zu stellen, dass es im Ernstfall überhaupt zügig gefunden wird? Oder hab ich das überlesen...?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kris, ich werde das gleich nochmal in den Text einpflegen:
      Es gibt (kostenlos) keine zentrale Stelle für die Aufbewahrung. Allerdings spielen praktische Erwägungen hier eine Rolle:
      Entweder da hinlegen, wo ohnehin jemand reinschein wird, wenn Euch etwas passiert ist (meist steht auf dem Ordner "Versicherungen" oder sowas drauf ;-). Ihr könnte auch Euren Eltern bzw. denjenigen die sich am ehesten verpflichtet fühlen etwas zu regeln wenn Euch was zustösst, sagen, so die wichtigen Dokumente für solche Fälle liegen. Oder ihr gebt das Testament (das original!) denjenigen, die auch die Vormundschaft haben sollen. Wenn ihr die mal nicht mehr mögt, müsst ihr das Testament auch nicht wieder einsammeln, sondern ihr macht einfach ein Neues. Immer das "jüngste" gilt. Das ist vermutlich der Ort, an dem es am scgnellsten auftaucht, wenn man es braucht: bei denjenigen, die davon wissen, dass sie jetzt gebraucht werden.
      Liebe Grüße

      Löschen
  8. Hallo,
    ein sehr informativer Text, auch ich habe mich das schon ein paar Mal gefragt. Meine Situation ist folgende. Der Vater meines Sohnes ist gut 600km weit weg gezogen, sie telefonieren mehr oder weniger regelmäßig miteinander und 1-2 mal im Jahr macht der Kurze bei ihm Urlaub. Ich selbst bin verheiratet, habe eine weitere Tochter- Vater ist mein Mann. Für meinen Sohn habe ich das alleinige Sorgerecht.
    Wie ist in der Situation die Rechtslage. Bleibt er im Falle mir passiert was automatisch bei meinem Mann oder bekommt der Vater dann automatisch das Sorgerecht übertragen? (die Vaterschaft ist anerkannt)
    Liebe Grüße, Heike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Automatisch nicht, Sorgerecht muss immer beantragt werden. Das kann er nur wenn er die Vaterschaft (bereits) anerkannt hat. In solchen Fällen ist es eine Einzelfallentscheidung, je nach Alter des Kindes/Lebenssituation des leiblichen Vaters usw., des Familiengerichtes. Du solltest also mit ihm und Deinem Mann sprechen, wie die Lösung aussehen soll, sollte Dir was zustoßen. Gerade für solche Fälle ist ein Testament wichtig. Beste Grüße!

      Löschen
  9. Vielen Dank für die Antwort. So wie ich den Vater von meinem Sohn einschätze, wird er ganz egoistisch darauf bestehen, dass er dann zu ihm kommt. Aber da ist ein Testament wohl wirklich mal eine Überlegung wert. Auch wenn es irgendwie komisch ist mit 32 ein Testament zu schreiben.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  10. danke für diesen letzten Tritt, unsere Überlegungen und mündlichen Absprachen endlich mal schriftlich festzuhalten !

    AntwortenLöschen
  11. Das ist ein gutes, schlimmes Thema!
    Wir haben natürlich wie viele anderen auch, nicht vorgesorgt.
    Im Winter wollten mein mann und ich ohne die Kinder nach Ägypten reisen. Zum ersten Mal ohne die Kinder einen Urlaub machen, den wir beide sehr gebraucht hätten. Für uns beide und überhaupt. Aber ich bekam Bedenken. Das Land war unruhig, konnten wir es verantworten ohne die Kinder in ein unruhiges Land zu fliegen? Was wenn das Flugzeug abstürzt, eine Bombe an Bord ist, jemand am Strand ein Attentat verübt,.....es gab das tausend Horror-Szenerien in meinem Kopf. Und die Kinder wären dann ohne uns. 11 und 12 sind sie. Mein Sohn ist gerade erst in die 5. Klasse gekommen, sehr kuschelbedürftig im Moment, kommt fast jede Nacht zu mir ins Bett. Der kann unmöglich ohne mich aufwachsen!
    Meine Tochter im Pubertäts-Anfangsstadium. Die treibt einen zwar manchmal in den Wahnsinn, aber auch sie soll nicht ohne uns aufwachsen!
    Sind wir zu egoistisch, wenn wir es dennoch durchziehen? Kann ich entspannen und am Strand liegen, mit diesem Thema im Hinterkopf?
    Unsere Lösung für die Reise war: mein mann ist alleine geflogen, ich bin bei den Kindern geblieben. Alles endete gut, war ja klar. Aber ich hatte ein besseres Gefühl!
    Was uns immer noch nicht weiter brachte: wer soll sich um die Kinder kümmern....? Denn auch hier kann uns jederzeit was passieren! Das müssen wir wirklich regeln!
    Danke für den Denkanstoß!
    Viele Grüße,
    Martina

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über Euer Feedback!